Deutschlands
Dusch-Diagnose

Duschen ist fester Bestandteil des Alltags und wir denken nicht weiter darüber nach. Experten verraten, warum wir es doch tun sollten.

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Wie duscht man eigentlich richtig?

Eine Frage, die selten gestellt wird, aber einen entscheidenden Unterschied machen kann. Wir haben mit ExpertInnen gesprochen, um herauszufinden, welchen Einfluss die tägliche Dusche auf die Gesundheit unserer Haut und Haare hat. Wie oft sollten wir duschen, um unsere Haut ideal zu pflegen? Und welches Shampoo eignet sich, um gesundes Haar und eine gesunde Kopfhaut zu fördern?

Wir wollten den bekanntesten Duschmythen auf den Grund gehen und haben dafür Menschen aus ganz Deutschland befragt. Die gleichen Fragen haben wir den FachärztInnen für Dermatologie Dr. med. Susanne Steinkraus und Dr. med Ralf Merkert gestellt. Auch der Germany’s Next Topmodel Coach Papis Loveday hat unsere Fragen beantwortet und gibt somit einen Einblick in die Duschwelt der Models.

Als Ergebnis präsentieren wir Deutschlands Dusch-Diagnose. Ein spannender Blick in Deutschlands Duschen.

Die Experten

Dr. med. Ralf Merkert

Dr. med. Ralf Merkert

ist leitender Facharzt für Dermatologie, Allergologie und Phlebologie. Bis zu seiner Niederlassung im eigenen Hauttherapiezentrum Stuttgart im Jahre 2012, war er leitender Oberarzt und Chefarzt Stellvertreter der Klinik für Dermatologie, Phlebologie und Ästhetische Chirurgie am Klinikum Stuttgart. Er leitet dort nach wie vor das Lasertherapiezentrum Stuttgart. Außerdem ist er gern geladener Referent auf nationalen und internationalen Fachkongressen und hat zahlreiche wissenschaftliche Publikationen verfasst sowie Fachärzte ausgebildet.

Dr. med. Susanne Steinkraus

Dr. med. Susanne Steinkraus

ist Fachärztin für Dermatologie und hat zusätzliche Ausbildungen in Ernährungsmedizin, Anti Aging Medizin, Wundmanagement und als Neurodermitistrainerin. Im Jahre 2015 gründete sie ihre eigene Privatpraxis mit angegliedertem Kosmetikinstitut in Hamburg Harvestehude, in der sie auch Kollegen im Bereich Ästhetik ausbildet. Zuvor war sie als Dermatologin am Dermatologikum in Hamburg und an der Klinik in Erlangen tätig. Sie gehört zu den führenden DermatologInnen Deutschlands und ist regelmäßig bei medizinischen Kongressen anzutreffen.

Papis Loveday

Papis Loveday

ist ein internationales Topmodel. Er stand bereits für unzählige Modelabels vor der Kamera und ist besonders bekannt durch seine Jurorentätigkeit bei Switzerland’s Next Topmodel und Autrias’s Next Topmodel. Im deutschen Format Germany’s Next Topmodel steht er den Models als Coach zur Seite.


Die Fragen

Wie häufig sollte man duschen, um die Haut optimal zu pflegen?

Dr. med. Susanne Steinkraus

Dr. med. Susanne Steinkraus

„Vor allem im Sommer duschen wir gerne täglich. Für die Haut ist das jedoch nicht zwingend von Vorteil: Zu lange und auch zu warme Brausebäder sowie viele konventionelle Pflegeprodukte greifen den natürlichen Säureschutzmantel der Haut an. Beim Duschen spülen wir deshalb nicht nur Keime, Schmutz und Hautschüppchen ab, sondern auch körpereigene Fette, die uns eigentlich schützen sollen. Die Hautbarriere kann dadurch gestört werden. Gesunde Haut kann auch eine tägliche Dusche vertragen, wäre aber mit weniger zufrieden. Generell ist es ausreichend drei bis vier Mal die Woche zu duschen. Areale wie Achseln, Leisten, Gesäß etc. können und sollten häufiger gereinigt werden. Wichtig ist vor allem: nicht zu heiß, nicht zu lang und mit möglichst wenig Chemie.“

Dr. med. Ralf Merkert

Dr. med. Ralf Merkert

„Wie häufig eine Dusche mit der Haut verträglich ist, kommt ganz auf den Hauttypen an. Eine normale Haut nimmt bei einer täglichen Dusche keinen großen Schaden. Neigt die Haut jedoch eher zu Trockenheit, kann sie bei zu häufigem Duschen austrocknen, da das Wasser ihr Feuchtigkeit entzieht. Hier sollte außerdem nach dem Duschen auf eine Rückfettung geachtet werden. Dafür eignet sich eine Lotion oder eine Pflegecreme. Besonders in den Wintermonaten, in denen sich vermehrt in geheizten Wohnungen aufgehalten wird, kann die Haut wegen der trockenen Heizungsluft austrocknen und ist anfälliger.“

Papis Loveday

Papis Loveday

„Ich dusche mindestens einmal am Tag. Mache ich aber beispielsweise Sport, dann dusche ich auch öfters beziehungsweise nach dem Sport.“


So häufig duschen die Deutschen

Ganze 40 % der Deutschen duschen einmal am Tag und 23 % begeben sich alle zwei Tage ins kühle (oder eben warme) Nass.

Auch das Model Papis Loveday duscht mindestens einmal am Tag. Laut den Experten bringt das tägliche Duschen für eine normale Haut keine großen Hautprobleme mit sich. Frau Dr. Steinkraus betont aber, dass die Haut sich freuen würde, wenn weniger geduscht wird und so der natürliche Schutzmantel der Haut bestehen bleiben kann.

Wie lange sollte der optimale Duschvorgang in etwa dauern und warum?

Dr. med. Ralf Merkert

Dr. med. Ralf Merkert

„Wasser entzieht der Haut Feuchtigkeit indem es die Fette aus der obersten Hautschicht spült. Je länger ein Duschvorgang also anhält, desto mehr Fette werden der Haut entzogen. Ein Duschvorgang von 5-10 Minuten ist daher perfekt, um die Haut zu reinigen, sie aber gleichzeitig nicht zu überstrapazieren.“

Dr. med. Susanne Steinkraus

Dr. med. Susanne Steinkraus

„Ca 6-10 Min. Längeres Duschen kann den Fettsäureschutzmantel der Haut angreifen. Er schützt uns vor Feuchtigkeitsverlust und dem Eindringen von Schadstoffen und Krankheitserregern. Duschen wir zu oft und zu lange können wir diesen Schutzmantel zerstören. Die Folge: Unsere Haut trocknet aus, es kann zu Rötungen, Juckreiz und sogar zu Ekzemen kommen.“

Papis Loveday

Papis Loveday

„Duschen ist für mich wie ein Ritual. Es ist für mich eine Wohlfühlprozedur. Da können auch schon einmal 30 Minuten vergehen während ich unter der Dusche stehe.“


So lange duschen die Deutschen

Die DermatologInnen sind sich einig: Zwischen fünf und zehn Minuten liegt die perfekte Duschzeit für die Haut. Immerhin 39 % der Deutschen duschen also genau richtig.

Bedenklich jedoch: 25 % der Befragten duschen zu lang und setzen ihre Haut somit einem Feuchtigkeitsentzug aus, dessen Ursache ihnen wahrscheinlich nicht bewusst ist. Auch unser Beauty-Experte Papis Loveday duscht laut den Experten viel zu lange.

Sollte man besser heiß oder kalt duschen?

Dr. med. Susanne Steinkraus

Dr. med. Susanne Steinkraus

„Ich empfehle grundsätzlich nicht zu heiß zu duschen. Heißes Wasser greift den natürlichen Fettsäureschutzmantel der Haut stärker an als kühleres Wasser. Am besten ist es, lauwarm bei einer Wassertemperatur von etwa 36 Grad zu duschen. Wechselduschen bieten sich an, um den Kreislauf zu stimulieren und die Gefäße zu trainieren. Hier ist jedoch besondere Achtung für Personen mit Herzerkrankungen, Blutdruckerkrankungen etc. geboten.“

Dr. med. Ralf Merkert

Dr. med. Ralf Merkert

„Zu heißes Duschen könnte die Haut irritieren, da durch das heiße Wasser umso mehr Fette entzogen werden. Eine zu kalte Dusche hingegen könnte den Kreislauf einer bereits geschwächten Person überfordern. In den meisten Fällen ist eine kalte Dusche allerdings nicht gefährlich. Den förderlichsten Effekt für die Hautgesundheit birgt die Wechseldusche. Der Wechsel zwischen Wärme und Kälte sorgt nämlich dafür, dass sich die Blutgefäße abwechselnd weiten und verengen.“

Papis Loveday

Papis Loveday

„Für mich als Afrikaner ist kaltes Wasser zu heftig, deshalb bin ich eher ein Warmduscher. Lediglich im Sommer kann es mir dann auch mal zu warm werden und ich drehe die Dusche für eine kurze Erfrischung auf kalt.“


So duschen die Deutschen

Deutschland, Land der Warmduscher?
Nur drei Prozent der Deutschen trauen sich regelmäßig unter die kalte Dusche. Immerhin 13 % geben an mal warm und mal kalt zu duschen, während 57 % hauptsächlich mit warmem Wasser duschen. Auffällig ist, dass besonders die Altersgruppe von 35-44 Jahren viele Warmduscher einschließt – woran das wohl liegen mag?

Bei Papis Loveday liegt die Vorliebe für warmes Duschen scheinbar an seiner afrikanischen Herkunft. Insgesamt führen nur etwa 11 % der Befragten regelmäßig die von beiden ExpertInnen empfohlenen Wechselduschen durch.

Welche Haarpflege ist am gesündesten für die Haare?

Dr. med. Ralf Merkert

Dr. med. Ralf Merkert

„Shampoos sind generell unschädlich für Haare und Kopfhaut, solange nicht zu viel davon verwendet wird. Ratsam ist die Verwendung eines flüssigen Shampoos, da die flüssige Zubereitung die Haare am wenigsten irritiert. Bei Personen, die eher zu fettigen Haaren neigen, empfiehlt sich ein Shampoo, das entfettet und bei Personen mit trockenen Haaren ist ein Shampoo von Vorteil, das rückfettet und den Haaren wieder Feuchtigkeit schenkt. Gegen natürliche Inhaltsstoffe ist an sich nichts einzuwenden, doch die genutzten Inhaltstoffe sind potenzielle Allergene und könnten demnach Allergien auslösen, wenn generell eine Neigung zu Allergien besteht.“

Dr. med. Susanne Steinkraus

Dr. med. Susanne Steinkraus

„Mit den Haaren verhält es sich wie mit der Haut. Der Talg aus der Talgdrüse in der Kopfhaut erfüllt eine wichtige Funktion. Er legt sich wie ein zarter Schutzfilm auf die Haut und verhindert so das Eindringen von Erregern und schädlichen Substanzen. Zudem hält er Kopfhaut und Haare geschmeidig. Durch zu häufiges Haarewaschen mit Shampoos, die stark entfettende Tenside oder andere potenziell reizende Inhaltsstoffen wie Duftstoffen oder chemischen Konservierungsmitteln kann der zarte Schutzfilm gestört werden und die Kopfhaut aus dem Gleichgewicht geraten. Meine Empfehlung ist deshalb der Gebrauch eines milden Shampoos, egal in welcher Form und Achtung vor Inhaltsstoffen wie Silikone und Parabene. Diese brauchen in einem Shampoo nicht enthalten sein. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass bei einem Umstieg von herkömmlichen auf natürliche Shampoos oder komplett alternative Produkte, die Wirkung oft enttäuscht. Hier ist es wichtig nicht gleich wieder zu den alten Produkten zu greifen, sondern den Haaren Zeit zu geben, sich an die Umstellung zu gewöhnen.“

Papis Loveday

Papis Loveday

„Ich habe keine Haare. Trotzdem benutze ich ein flüssiges Shampoo, um meine Kopfhaut zu pflegen.“


So duschen die Deutschen

Die Mehrzahl der Befragten (46,06 %) greift für eine Haarwäsche auf herkömmliches Flüssigshampoo zurück. Natürliches Flüssigshampoo hingegen nutzen nur 11,44 %, während 17,47 % ein festes Shampoo bevorzugen.

Dr. med. Susanne Steinkraus macht noch einmal auf die hautreizende Wirkung von Silikonen, Parabenen und chemischen Konservierungsmitteln aufmerksam, während Dr. med. Ralf Merkert die potenziellen Allergene mancher natürlicher Inhaltsstoffe unterstreicht.

Hier wird deutlich: Das richtige Shampoo zu finden ist gar nicht so leicht.

Welche Rituale vollziehen die Deutschen regelmäßig unter der Dusche?

Papis Loveday

Papis Loveday

„Wenn ich mit der Dusche fertig bin, öle ich meinen kompletten Körper ein. Das ist für mich ein sehr sensitiver Moment, der mir die Möglichkeit gibt meinen ganzen Körper zu spüren.“


So duschen die Deutschen

Mit 9,32 % gab fast jede 10. Person an, sich unter der Dusche zu rasieren. Weniger gefährlich ist das Ritual von 8,66 % der Befragten: sie lassen ihrer musikalischen Ader freien Lauf und trällern Lieder. Zähne putzen hingegen scheint nichts für die Dusche zu sein: nur 2,11 % greifen in der Dusche zur Zahnbürste.

Für 48,17 % geht es beim Duschen einzig und allein um die Reinigung, sie machen nichts anderes dabei.

Hat die Pandemie einen Einfluss auf die Duschgewohnheiten der Deutschen genommen?

Papis Loveday

Papis Loveday

„In der Pandemie habe ich noch länger als sonst geduscht. Da Duschen mein persönlicher Spa-Moment des Tages ist, habe ich mich für das „Durchhalten“ im Lockdown mit Wohlfühl – Duschmomenten belohnt.“


So duschen die Deutschen

Wir wollten wissen, ob die Pandemie die Duschgewohnheiten der Teilnehmer verändert hat.

Und siehe da: 7,79 % geben an weniger zu duschen und 6,73 % duschen mehr.

Gründe für vermindertes Duschen waren zumeist verminderte soziale Kontakte sowie Home Office.

Die Gründe für häufigeres Duschen waren hauptsächlich Langeweile und vermehrter Sport.

Der Großteil der Befragten gibt jedoch an, dass sich die Duschgewohnheiten nicht verändert haben.

Methodik

Die Datenerhebung erfolgte im September 2021 mithilfe von Google Surveys. Insgesamt wurden 4139 Deutsche befragt. Nicht alle Fragen wurden von allen Teilnehmern beantwortet.

Frage 1 wurde von allen 4139 Teilnehmern beantwortet, bei Frage 2 gab es 3376 vollständige Antworten, bei Frage 3 waren es 3203 gültige Antworten, 2954 Teilnehmer haben die vierte Frage vollständig beantwortet und die fünfte Frage wurde von 2851 Teilnehmern beantwortet. Die sechste Frage wurde von 2348 Teilnehmern beantwortet und die siebte Frage hat 901 gültige Beantwortungen erhalten. Die Daten wurden ausschließlich in Deutschland erhoben.

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